Geschichte

  • Bereits 1582 wurde in Waldthurn nachweislich eine Türmerstelle erwähnt, sodass der erste Türmer zugleich der Gründer der Musikkapelle war.
  • Turmwächter oder Türmer hatten von einem Turm die Umgebung zu beobachten und mit hör- oder sichtbaren Signalen (etwa Fahnen, Glocken, Laternen) auf Gefahren wie Brände oder herannahende Feinde aufmerksam zu machen.
  • Erster bekannter Türmer war Andreas Schriml, der 1776 starb. Mit seinen Gesellen spielte er in der Gemeinde nicht nur beim Turmblasen, sondern zu zahlreichen Veranstaltungen auf. So konnte der damalige schmale Lohn des Türmers aufgebessert werden.
  • Mit dem Tod von Josef Müllner, Türmerssohn von Pleystein, der 1905 die Türmerstochter Theresia Schriml geheiratet hatte, endete 1956 auch die Türmerzeit.
  • Die Tradition des „Aufspielens“ wurde von den Musikanten bis in die Gegenwart fortgeführt. So kann die Kapelle auf eine über 400 Jahre alte Tradition zurückblicken, die manche Höhen und Tiefen mit sich brachte, die aber durch Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Kameradschaft bis heute fortgeführt werden konnte.
1880
  • Bemerkenswert ist es, daß seit 1835 die Leitung der Kapelle nachweislich in den Händen einer Familie liegt. So ist der Name Schriml-Müllner bereits in die Musikgeschichte von Waldthurn eingegangen. Auch die Familie Pflaum-Magerer sei hier erwähnt, die seit 1898 ohne Unterbrechung bis heute der Blasmusik die Treue hält, also ebenfalls über 100 Jahre, in der vierten Generation.
1930
1971
  • Großer Dank gebührt Musikmeister Josef Müllner sen., der nach dem 2. Weltkrieg die Kapelle 1948 übernahm und diese nach und nach zu einem bedeutenden Klangkörper ausbaute. In dieser Zeit nahm die Kapelle auch an größeren, überregionalen Auftritten teil, wie z. B. am Musikerwettstreit in Wackersdorf und Schwandorf, Europatag der Musik in München, Fremdenverkehrswerbungen in Stuttgart und Heilbronn und beim Empfang der großen Pilgerwallfahrt in Altötting. Hier ließ es sich Weihbischof Karl Flügel nicht nehmen und spielte an der großen Trommel beim Marsch „Alte Kameraden“ mit.

  • Die Trachtenkapelle Müllner wurde 1994 von einer Privatkapelle in eine Vereinskapelle gewandelt. Hier endete auch die Dirigentenzeit von Josef Müllner sen. Sie wird nun von einem neu gewählten Vorstand geführt, der sich aus Musikern der Kapelle zusammensetzt. Erster Vorstand des neu gegründeten Vereins war Alfred Götz und Dirigent wurde Josef Müllner, ein Neffe des mittlerweile verstorbenen Musikmeisters Josef Müllner sen.
  • Auch unter Josef Müllner wurde der Klangkörper weiter ausgebaut und verfeinert. Höhepunkte in dieser Zeit waren die Teilnahme am Gambrinus Blasmusik Wettbewerb in Pilsen und die Verleihung der Pro-Musica-Plakette 1999 in Neu-Ulm, durch den damaligen Wissenschaftsminister Hans Zehetmair.
Pro-Musica-Plakette
  • Im Jahr 1996 konnte unter der Regie von Alfred Götz der erste eigene Proberaum im Bauhof der Gemeinde Waldthurn bezogen werden. Nachdem der 1. Vorstand Alfred Götz im Jahr 2002 verstarb, ist Thomas Bergmann seit dieser Zeit der 1. Vorstand des Vereins Trachtenkapelle Müllner Waldthurn e. V.
  • In dieser Zeit wurde im Jahre 2007 das 425 jährige Bestehen der Trachtenkapelle gefeiert. Schirmherren waaren Landrat Simon Wittmann und Josef Beimler, 1. Bürgermeister von Waldthurn. Auch eine neue Tracht wurde zu diesem Jubiläum angeschafft.
  • Es wurden unter anderem Ausflugsfahrten ins Zillertal nach Österreich und eine Fahrt zu MdB Albert Rupprecht, nach Berlin unternommen.
  • Um das Fortbestehen der Trachtenkapelle zu sichern und um Nachwuchsmusiker für die Blasmusik zu gewinnen, entschloss man sich 2009, einen Workshop für Blasmusik im Rahmen des Ferienprogramms zu veranstalten. Dieser war ein voller Erfolg und es konnten viele Nachwuchsmusiker gewonnen werden, so dass es im Verein Trachtenkapelle Müllner Waldthurn e. V., 2 weitere Musikkapellen gibt: Den Waldthurner Blechhaufen und die Blechhaufen Youngsters. Die Dirigenten sind Stephan Striegl und Monika Stahl
  • Nachdem der Proberaum im Bauhof zu klein wurde, konnte 2015 ein neuer Proberaum im ehemaligen Schwesterwohnheim bezogen werden. Hier gilt unser Dank der Marktgemeinde, die uns beim Ausbau des Raumes hervorragend unterstützt hat.
  • Seit 2014 hat die Trachtenkapelle eine neue musikalische Leiterin. Mit Cornelia Kraus aus Waidhaus konnte eine engagierte und kompetente Dirigentin gewonnen werden, die die Trachtenkapelle durch intensive und konsequente Probenarbeit musikalisch fördert und verbessert.
  • Nachdem Thomas Bergmann das Amt des ersten Vortandes nach 17 Jahren niederlegt, übernimmt Birgit Bocka seit November 2019 seine Tätigkeiten. Thomas erhielt vom Nordbayrischen Musikbund die Ehrennadel in Gold für seine lange Arbeit im Verein